Tourismus-Straßen
Europäische Straße der Industriekultur
Die Industrialisierung Europas hat das Gesicht unserer Erde verändert. Zurück bleibt ein reiches industriekulturelles Erbe. Das ist über ganz Europa verteilt – ein riesiges Netzwerk. Man muss es nur aktivieren. Genau das tut ERIH: die Europäische Route der Industriekultur. Sie ist eine aufregende Entdeckungsreise zu den Meilensteinen der europäischen Industriegeschichte. Jede Region hat ihre Spezialitäten: Was für Küche und Gaumen gilt, trifft auch auf die europäische Industriekultur zu. Deren Stärke liegt tatsächlich genau darin: aus vielfältigen Traditionen ein großes Ganzes zu machen. Die regionalen Routen erschließen Landschaften und Gebiete, denen die europäische Industriegeschichte ihren Stempel aufgedrückt hat. Das Ruhrgebiet zum Beispiel. Oder Südwales, die "erste Industrienation der Welt". Dazu gehören immer auch weniger bedeutende Industriedenkmäler - die kleinen Räder im großen Getriebe. ERIH, das ist die Europäische Route der Industriekultur - ein Netzwerk der wichtigsten Standorte des industriellen Erbes Europas. Das Rückgrat bilden die so genannten Ankerpunkte. Gemeint sind die herausragenden Industriedenkmäler im einstigen Herzen der Industriellen Revolution: zunächst in Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Deutschland. Doch das ist nur der Anfang. Denn ERIH wird wachsen - bis an die Grenzen Europas.
Für Sachsen stehen hier die·Routen:
- ENERGIE·- Lausitzer Industriekultur
- Industrie Kultour Erzgebirge
- Straße der Braunkohle
- Sachsen unter Dampf
- sowie das Sächsische Industriemuseum (wird derzeit ausgebaut)
Sachsen unter Dampf
Vom Zittauer Gebirge über das sächsische Elbland bis hinauf zum Erzgebirgskamm reicht die Palette der Angebote des täglichen Dampfeisenbahnbetriebs. Egal für welche Bahn Sie sich entscheiden, bei einer Mitfahrt durchfahren Sie reizvolle Landschaften von der weiträumigen Leipziger Tieflandsbucht bis zu den engen, romantischen Tälern im Erzgebirge. Im Burgen- und Heideland fährt die Döllnitzbahn in der Woche mit alten Dieselloks und zu Sonderfahrten mit Dampf. Erleben Sie eine Fahrt mit der Fichtelbergbahn durch das schöne Erzgebirge von Cranzahl in Deutschlands höchstgelegene Stadt Oberwiesenthal. Schauen Sie doch mal am östlichen Ende des Erzgebirges in Freital bei der Weißeritztalbahn vorbei, welche sich durch den romantischen Rabenauer Grund schlängelnd, entlang der Talsperre Malter bis nach Dippoldiswalde dampft. Erleben Sie die Besonderheiten der Regionen, bei der Lößnitzgrundbahn in speziellen Weinzügen, die Sie durch das sächsische Elbland bis zum barocken Jagdschloss Moritzburg oder gar bis in die Heinrich-Zille-Stadt Radeburg bringt. Im östlichsten Zipfel Sachsens, am Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien, können Sie mit der Zittauer Schmalspurbahn durch die Naturschönheiten des kleinsten deutschen Mittelgebirges bis zu den Kurorten Oybin und Jonsdorf reisen. Aktuell können Sie Informationen zu folgenden Bahnrouten abrufen:
Silberstraße
Reisen Sie auf der ersten und längsten Ferienstraße Sachsens, der Silberstraße, und erfahren Sie dabei viel Wissenswertes über Geschichte, Tradition und Kultur des einst reichsten Landes im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Grund für diesen Reichtum waren die großen Silbererzlagerstätten, die im großen Stil abgebaut wurden und die noch heute die Kulturlandschaft Sachsens prägen. Wie ein silbernes Band zieht sich die Silberstrasse in Westsachsen beginnend und bis zur Landeshauptstadt Dresden reichend durch das Erzgebirge. Sie verbindet eine Kette sehenswerter Städte wie Zwickau, Schneeberg, Aue, Schwarzenberg, Annaberg-Buchholz, Wolkenstein, Marienberg sowie die Berghauptstadt Freiberg und erinnert an vergangene Zeiten, als über das ganze Land das „Berggeschrey“ von reichen Silberfunden kündete.·Wenn Sie das Land Sachsen mit all seinen Eigenheiten richtig kennen lernen und verstehen wollen, ist eine Reise entlang der 140 km langen Silberstraße, die von Zwickau bis zur Landeshauptstadt Dresden reicht, unbedingt empfehlenswert. Sie kommen durch wunderschöne Mittelgebirgslandschaften und attraktive Städte und überall begegnen Ihnen eigenständige erzgebirgische Traditionen wie die bekannten Weihnachts-Pyramiden, Nussknacher und Räuchermännchen.·Schmiede im Museum Frohnauer Hammer in Annaberg-Buchholz Schaubergwerke und funktionstüchtige Erzhämmer vermitteln technisch Interessierten etwas über die damaligen Möglichkeiten im Bereich Erzabbau und Verarbeitung. Aber auch in den vielen anderen Orten an der Silberstrasse findet man Bergwerke, Hütten- und Heimatmuseen, wo die bis in die heutige Zeit bewahrten Bräuche und Traditionen erlebt werden können.· Nach einem Stadtrundgang in Zwickau, dem Kulturzentrum der Region Westsachsen und der Besichtigung interessanter Sehenswürdigkeiten, wie z. B. Dom St. Marien, Robert-Schumann- Haus, Gewandhaus, Automobilmuseum und Rathaus, führt die Reiseroute über Wilkau-Haßlau nach Silberstrasse, den Ort, der als Einladung für das nun folgende historisch interessante Bergbaugebiet gilt. Von der „Goldenen Höhe“ bietet sich ein Blick auf Schneeberg, die erste Bergstadt mit dem Bergmannsdom „St. Wolfgang“, dem Museum für bergmännische Volkskunst und den historischen Bergbauzeugen „Weißer Hirsch“ zu Neustädtel. Der Kurort Schlema, eine Gemeinde mit Heilquellen-Kurbetrieb ist bekannt durch die heilkräftige Wirkung des Radons. Neben Gesundheitsbad, Kurpark und Markus-Semmler-Schacht bietet das Museum Uranbergbau einen Einblick in die Bergbaugeschichte des Kurortes. Die Stadt Aue liegt malerisch in einem Talkessel an der Mündung des Schwarzwassers in die Zwickauer Mulde. Auf Grund der vielen Brücken aus verschiedenen Epochen und in unterschiedlichster Bauweise wird Aue auch die „Brückenstadt im Erzgebirge“ genannt. Nach 1700 erhielt der Abbau von Kaolin der „Weißen Erde“ nahe Aue besondere Bedeutung für die Erfindung des Meißner Porzellans und die Blütezeit der Meißner Manufaktur. Bis 1854 lieferte das Bergwerk „Weißerdenzeche St. Andreas“ fast allein den Rohstoff für das wertvolle Meißner Porzellan. In Lauter entwickelte sich nach dem Niedergang des Bergbaus die Emailleindustrie sowie ein ganz eigenes Gewerbe der Spankorbflechterei. Die Stadt Schwarzenberg als nächster Ort wird liebevoll „Perle des Erzgebirges“ genannt. Hoch oben auf dem Berg thronen die Wahrzeichen der Stadt – Schloss und Kirche St. Georgen. Über Raschau und Markersbach – bekannt ist hier das Pumpspeicherwerk – erreicht die Silberstrasse in Scheibenberg ihre größte Höhe. Einzigartig in Europa sind die am 807 m hohen Scheibenberg gelegenen Basaltsäulen, auch Orgelpfeifen genannt. Ein Anziehungspunkt und Sitz der Naturparkverwaltung Erzgebirge/Vogtland ist das Schloss im nahe gelegenen Ort Schlettau. Ein „Silberner Höhepunkt“ der Reise auf der Ferienstrasse Silberstrasse ist die Berg- und Adam- Ries-Stadt Annaberg-Buchholz. Das Wahrzeichen der Stadt – die St. Annenkirche – ist eine der bedeutendsten spätgotischen Hallenkirchen Deutschlands. Der Bergaltar vermittelt einen Eindruck der erzgebirgischen Bergbaugeschichte. Drei Besucherbergwerke und die Schauanlage Technisches Museum „Frohnauer Hammer“ erinnern an mehr als 500 Jahre Bergbautradition. Hinter Annaberg-Buchholz führt eine Reiseroute über Thermalbad Wiesenbad einem Kurort mit Thermalquelle nach Wolkenstein. Alternativ bietet sich eine Reise über Tannenberg nach Geyer. Interessant hier ist die Binge, der Einbruchtrichter eines Berges aus dem Jahr 1803. Ein Relikt des Bergbaus – der Greifenbachstauweiher – ist heute ein beliebtes Naherholungszentrum. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Greifensteine, eine Felsgruppe bis zu 30 m hoher Granitsteine. In Ehrenfriedersdorf, dem nächsten Ort an der Silberstrasse, wurde Bergbau bis 1990 betrieben. Im Besucherbergwerk Zinngrube erhält man heute ein anschauliches Bild vom Leben der Bergleute untertage. Über den „Kalten Muff“, einen exponierten Aussichtspunkt mit Blick auf den Erzgebirgskamm, erreicht man Wolkenstein. Die Stadt liegt auf einem Felsensporn hoch über der Zschopau. Der im 12. Jh. neben der gleichfalls zu dieser Zeit erbauten Burg entstandenen Siedlung verhalf der Silberbergbau zu wirtschaftlicher Blüte. Wolkenstein erhielt 1234 Stadtrecht und besaß eine eigene Münzstätte. In Lengefeld laden das Technische Denkmal Museum Kalkwerk und in Pockau das Technische Museum Ölmühle interessierte Gäste ein. In den nächsten Orten sind es vor allem die Dorfkirchen die kulturhistorische Kleinode bergen. Die Dorfkirche Forchheim erbaut von George Bähr, besitzt mit einer Orgel des Orgelbaumeisters Gottfried Silbermann einen herausragenden Klangkörper. In Mittelsaida steht eine der vier erhaltenen typisch erzgebirgischen Wehrgangskirchen. Alternativ lädt die Silberstrasse zu einer Reiseroute über Marienberg ein. Marienberg verdankt seine Entstehung ausschließlich dem Silberbergbau. Herzog Georg der Fromme veranlasste 1520 die Planung der Stadt und verlieh ihr 1523 Stadtrecht. Sie gilt als klassisches Beispiel für die planmäßige Anlage der Bergstädte mit quadratischem Markt und regelmäßigem rechtwinkligen Straßennetz. Durch eine bergbaulich geschichtsträchtige Landschaft erreicht man Pobershau. Die bergmännische Streusiedlung lädt mit Schaubergwerk „Zum Tiefen Molchner Stolln“ Interessierte ein. In Zöblitz wird seit dem 15. Jh. das im Erzgebirge einmalig vorkommende Serpentingestein abgebaut und zu Schmuck und Gebrauchsgegenständen verarbeitet. Die nächste Reisestation ist Olbernhau. Zur Entsilberung von Rohkupfer wurde im Jahr 1537 die Saigerhütte angelegt, die noch heute im Denkmalskomplex Saigerhütte mit Kupferhammer zu besichtigen ist. Der Besuch im Spielzeugdorf Seiffen - dem Zentrum der erzgebirgischen Spielwarenherstellung – ist empfehlenswert. Von Seiffen führt die Reiseroute nach Heidersdorf. Über Sayda, Pfaffroda und Dörnthal mit seiner Wehrgangskirche erreicht man Großhartmannsdorf und nähert sich bei Brand-Erbisdorf dem Zentrum des sächsischen Silberbergbaus. Die künstlich angelegten Stauwässer der Großhartmannsdorfer Teiche, sowie die zahllosen meist bewaldeten Halden künden vom einstigen Bergbau, der um 1168/69 mit dem Silberfund in Christiansdorf, dem heutigen Freiberg, begann. Noch heute kann man unzählige Sachzeugen besichtigen, so z. B. den Schacht „Reiche Zeche“, die Himmelfahrt Fundgrube, Stadt- und Bergbaumuseum sowie die weltberühmten Geowissenschaftlichen Sammlungen. Auf dem letzten Teil der Reise fährt man durch Naundorf und den Tharandter Wald. Über Grillenburg geht es weiter nach Hartha und Tharandt, dem Ort, welcher durch den Forstbotanischen Garten, der auf Anregung Heinrich von Cottas entstanden ist, bekannt wurde. Die Straße führt weiter durch das Tal der Wilden Weißeritz nach Freital, einem ehemaligen Steinkohlerevier. Kurz hinter Freital erreicht man das Ziel des silbernen Bandes – die Stadt Dresden. Dort sind die Schätze im „Grünen Gewölbe“, im „Münzkabinett“ sowie in den Schlössern von Pillnitz und Moritzburg zu entdecken.
Die Ferienstrasse Silberstrasse in Zahlen
Gesamtlänge: 230 km
Museen an der Silberstrasse: 31
Schaubergwerke an der Silberstrasse: 11
Bergbaulehrpfade an der Silberstrasse: 154 km 18 Routen
Silbermannorgeln: Stadtkirche Zöblitz Pfarrkirche Forchheim Pfarrkirche Großhartmannsdorf Dom zu Freiberg (2 Orgeln) Jacobikirche Freiberg Petrikirche Freiberg Katholische Hofkirche Dresden
Wehrgangskirchen an der Ferienstrasse Silberstrasse: Großrückerswalde Dörnthal Mittelsaida Lauterbach Mauersberg Lippersdorf Blick auf den Zwickauer Dom
Mühlen an der Silberstrasse Museum Sägewerk August Frenzel in Markersbach, ein produzierendes Museum der Holzindustrie Süss-Mahlmühle Raschau, mit einem Glockenspiel aus Meißner Porzellan Sägewerk Pobershau, stellt die beliebten Holzhandwagen für Kinder her Sägewerk an der Kniebreche in Zöblitz, die modernste Produktionsstätte der Region Säge- und Hobelwerk Pockau, Handwerk wird mit alter und neuer Technik ausgeübt Ölmühle Pockau, ein in Mitteleuropa einmaliges Stampfwerk und Keilpresse mit Hammer Ölmühle Dörnthal, man kann die traditionelle Leinölgewinnung erleben Teichmühle Großhartmannsdorf, ehemalige Mahl- und Brettschneidemühle Obermühle Großhartmannsdorf, die erste Wassermühle mit Mühlteich in der Region Freibergsdorfer Hammerwerk, originalgetreu rekonstruiertes Hammerwerk der Region
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