Ursprünglich wurden Windmühlen als Kornmühlen zum Zerkleinern (Mahlen und Schroten) von Getreide, Schälen (Pelden) von Gerste (Graupen) und Reis verwendet. Besonders das Mahlen und Schälen war eine tägliche, kräftezehrende Arbeit auf dem Reibstein in Kleinmengen, die mit Hilfe der Windmühlen nun effektiver und kräfteschonender gestaltet werden konnte. Später wurde das Mahlen und Zerkleinern auf andere Stoffe ausgedehnt – es entstanden Öl-, Senf-, Gewürz-, Farb- (Zerkleinern und Mischen von Mineralien und Erde), Steinschrot-, Pulver-, Gips-, Kreide-, Schnupftabakmühlen, weiterhin Dreschmühlen, Häckselmühlen, Lohmühlen, in denen Eichenrinde zur Gerbsäuregewinnung für die Lederindustrie gestampft wurde. Hinzu kamen weitere werkstoffverarbeitende Anwendungen als Schleifmühlen, Säge- und Hammermühlen für Holz und Metall, seit dem 14. Jahrhundert Drehbankmühlen, später Bohrmühlen (Rohre), Drahtziehmühlen, Walz- und Schneidemühlen zur Blechverarbeitung. Im 16. Jahrhundert waren in Europa mehr als 40 mühlenbetriebene Fertigungsprozesse bekannt. Auch zur Bergwerksbelüftung wurden Mühlen herangezogen. In den küstennahen Gebieten der Niederlande kamen Windmühlen als Schöpf- und Pumpmühlen ab dem Jahre 1394 zur Entwässerung zum Einsatz und nutzten das lange bekannte Prinzip der Archimedischen Schraube. Damit wurde das Wasser aus den Poldern in mehreren Stufen über die Dämme gehoben und die eingedeichten Flächen entwässert. In Ost- und Nordfriesland fanden sie zur Trockenlegung („Trockenmahlen“) von Moorflächen Anwendung. Eine weitere Pumpanwendung war das Anheben von Sole zur Berieselung von Gradierwerken (Kuranwendung und Soleaufkonzentrierung für die Salzgewinnung)
Vor der Erfindung des Holzschliffes wurden in Papiermühlen Lumpen für die Papierherstellung genutzt. Altpapier, welches im Kugelkocher eingeweicht wurde, konnte nun im sogenannten Holländer – eine mit Messern beschlagene hölzerne Walze – zerkleinert werden. Von hier kamen alle Verfahren (zerkleinerte Lumpen, Altpapier oder Holzschliff) in die Bütte. Stark mit Wasser verdünnt wurde das Papier „geschöpft“ und zunächst auf Handpressen – in moderneren Mühlen mit Papiermaschinen gepresst. Zuletzt trocknete man die fertigen Bögen auf dem luftdurchströmten Trockenboden
In den Holzschleifmühlen wird seit der Erfindung des Keller-Voelterschen Verfahrens um 1843/44 mit Hilfe der Wasserkraft Holz geschliffen. Friedrich Gottlob Keller schaute sich diese Prozedur von den Papierhäuser bauenden Insekten (z.B. Wespen) ab. Diese sehr hohe Antriebskräfte benötigende Verfahren verrichtete ein sogenannter Holzschleifer. Dieser besteht aus einem hölzernen – später eisernen Gehäuse in dem sich durch eine horizontale Welle angetriebener Schleifstein befindet. Die Holzscheite werden an den stirnseitig angebrachten Vorrichtungen gegen die Reibefläche des Schleifsteins gedrückt. Bei moderneren Holzschleifern geschah dies mit Hilfe von Ketten oder hydraulischen Zylindern. Der grobe Holzschliff wurde zunächst stark mit Wasser verdünnt, im Raffineur (Mahlgang) noch einmal zerkleinert dem Feinsortierer zugeleitet. In der Entwässerungsmaschine trocknete man nun die Faserfilze, so dass diese versandfertig waren. Außerdem wurden aus Holzschliff Schüsseln, Taubennistschalen u.ä. hergestellt
In Pochwerken wird mit Hilfe eines Stampfwerkes das aus den Erzgruben geförderte Gestein zerkleinert. Danach trennte man in den mit Hilfe von Kurbeln angetriebenen sogenannten Langstoßherden das taube Material vom erzhaltigen Gestein. Das geschieht durch die Schubbewegung der Langstoßherde, wobei durch die unterschiedlichen Gewichte der Materialen und der daraus resultierenden Trägheit eine Selektion erfolgte.
Ähnlich der Maschinerie der Knochenmühlen werden in der Ölmühle zunächst die ölhaltigen Samen in einem Stampfwerk zerkleinert. Eine andere Möglichkeit der ersten Zerkleinerung bietet der sogenannte Kollergang. In einem Kollergang drehen sich zwei Mahlsteine hochkant durch eine Achse verbunden in einem Trog. Diese Maschinerie wird von einer senkrechten Welle von oben angetrieben.
Im nächsten Schritt wird der gequetschte Samen in Tücher gepackt und in der sogenannten Keilpresse ausgepresst. Aus einer Öffnung am Boden kann nun das Öl gewonnen werden.
Seite 1 von 8